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Vatikan: „Leute in besetzten Gebieten sind entmutigt“

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Vatikan: „Leute in besetzten Gebieten sind entmutigt“

Die Menschen in den besetzten Gebieten in Palästina sind „entmutigt“. Das sagt gegenüber Radio Vatikan der ehemalige Präsident des Päpstlichen Rates für den interreligiösen Dialog und früherer Vatikanvertreter bei der Arabischen Liga, Erzbischof Michael Fitzgerald. Es könnte noch schlimmer werden, so der 80jährige britische Geistliche, der derzeit im Ruhestand in Jerusalem lebt und somit „mitten drin“ ist, was die internationale Politik betrifft. Eine neue Intifada – also einen palästinensischer Aufstand gegen Israel – schließe er nicht aus, falls die US-Botschaft tatsächlich von Tel Aviv nach Jerusalem verlegt werden sollte. Und auch die derzeitige israelische Siedlungspolitik bringe alles andere als Ruhe ein. Die Verabschiedung eines Gesetzes zur nachträglichen Legalisierung israelischer Siedlungen im besetzten Westjordanland löste diese Woche international Kritik aus.
„Die Menschen in den besetzten Gebieten sind entmutigt, weil sie keine Lösungen sehen und keine wahre Hoffnung empfinden. Als Christen müssen wir immer an die Hoffnung glauben, aber aus praktischer Sicht scheint das hier unmöglich zu sein“, so Erzbischof Fitzgerald, der vor allem die jungen Palästinenser meint. Vor allem sie seien frustriert und zu „sporadischen Gewaltakten“ bereit, „weil sie so verzweifelt sind und keinen anderen Ausweg sehen“.
Am Montagabend hatte Israels Parlament das umstrittene Gesetz gebilligt, mit dem Siedlerwohnungen auf palästinensischem Privatland rückwirkend legalisiert werden. Dies betrifft rund 4.000 Wohnungen israelischer Siedler, die widerrechtlich auf privaten Grundstücken von Palästinensern gebaut wurden. Das Gesetz sieht eine Entschädigung der palästinensischen Besitzer vor. Für die palästinensische Seite ist dieses Gesetz dennoch nicht hinnehmbar.
Der ehemalige Vatikan-Diplomat glaubt trotz der Entwicklungen nicht daran, dass es derzeit wieder einen Krieg in der Region geben wird, vielmehr könnte es eine neue Intifada – also geben. Außerordentlich heikel sei auch das Vorhaben der neuen US-Regierung, ihren Botschaftssitz von Tel Aviv nach Jerusalem zu versetzen.
„Das ist sehr gefährlich und hätte vor allem ein symbolische Bedeutung. Wenn US-Präsident Donald Trump dies durchsetzen würde, dann rechne ich mit gewalttätigen Ausschreitungen. Was das Ganze noch erschwert, ist die Tatsache, dass das okkupierende Land sich nicht an die Abkommen der Vereinten Nationen hält.“
Damit kritisiert Erzbischof Fitzgerald die israelische Siedlungspolitik und den Umgang der Israelis mit den Menschen in den besetzten Gebieten, wie sie von den UN-Resolutionen bestimmt sind. Der Heilige Stuhl habe in dieser Frage eine klare Linie: Nur die Zwei-Staaten-Lösung könne für Frieden und Gerechtigkeit zwischen Israelis und Palästinensern sorgen.
Hoffnungszeichen gebe es in der Region allemal, fügt der Erzbischof hinzu und nennt die christliche Universität in Bethlehem, die vor allem Muslime besuchen. Dort werde die Zukunft des interreligiösen Dialogs geschaffen, so Fitzgerald. Auch kämen vermehrt muslimische Studenten aus dem Westen in das Heilige Land, um die christlichen Heiligen Stätten zu besuchen und studieren. Hier erwähnt der britische Erzbischof das Projekt der Dormitio Abtei in Jerusalem, die mit einem islamischen Institut aus Deutschland einen „theologischen Austausch“ ermögliche.