Aktuelle News

Unsere Empfehlung

  Edition LE MONDE diplomatique No.21 Israel und...  mehr ›

Kein Versand 01.-08. August 2017

Bedingt durch einen Aufenthalt bei unseren Weingütern...  mehr ›

Urteil wegen Brandanschlag in Tabgha

Ein heute 22 jähriger radikalgläubiger Jude ist...  mehr ›

Patriarch Gregorius ist zurückgetreten

Der 84 Jahre alte Patriarch der griechisch-katholischen...  mehr ›

Marrakesh Declaration

Auf Initiative des marokkanischen Königs, Muhammad VI.,...  mehr ›

Christ aus Bethlehem gewinnt arabische Talentshow

Yaqoub Shaheen, syrisch-orthodoxer Christ aus Bethlehem, hat...  mehr ›

Ibrahim Azar: Künftiger Evangelischer Bischof von Jerusalem

Die Lage für Christen im Nahen Osten wird nach Worten...  mehr ›

Der "IS" auf dem Sinai hat den koptischen Christen den Krieg erklärt

  Sieben koptische Christen wurden in den vergangenen...  mehr ›

Zweistaatenlösung in Frage gestellt

Benjamin Netanyahu zu Besuch bei Donald Trump - und dieser...  mehr ›

William Schomali zum neuen Patriarchalvikar für Jordanien ernannt

  Der Apostolische Administrator des Lateinischen...  mehr ›

Brotvermehrungskirche am See Genezareth wieder eingeweiht

Der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki, Vorsitzender...  mehr ›

Israel schränkt Muezzin-Gebetsruf ein

Israels Regierung verabschiedete am Sonntag, 12.02.2017,...  mehr ›

Bethlehems Bürgermeisterin: "Vergesst die Christen hier nicht!"

  Vera Baboun, Bürgermeisterin von Bethlehem, hat...  mehr ›

​Israelische Archäologen finden weitere Höhle in Qumran

Archäologen der Hebräischen Universität in...  mehr ›

Vatikan: „Leute in besetzten Gebieten sind entmutigt“

Die Menschen in den besetzten Gebieten in Palästina...  mehr ›


>>> Newsarchiv

Zweistaatenlösung in Frage gestellt

Benjamin Netanyahu zu Besuch bei Donald Trump - und dieser signalisiert, dass das amerikanische Dogma der Zweistaatenlösung nicht mehr fortgeführt werden soll. Das klingt erst einmal wie die nüchterne Anerkennung der vorhandenen Fakten. Und es führt zur Frage was denn die Alternativen wären. Annexion - Damit entstünde ein Staat auf dem gesamten Gebiet des historischen britischen Mandatsgebiets Palästina. Dann allerding müsste Israel allen seinen Bewohnern die gleichen Rechte einräumen und das wären dann ungefähr je gleich viele Juden wie christliche und muslimische Araber, mit einem für die Zukunft prognostizierten Zuwachs der arabischen Bevölkerung. Da das heute schon - im bestehenden Staat Israel - nur sehr bedingt klappt, erscheint das als relativ unrealistisch. Einen solchen Staat mit unterschiedlichen Rechten für Juden und Palästinenser wollen palästinensische Politiker auf jeden Fall verhindern.
Andere Alternative: die Jordanienlösung. Die Reste Palästinas werden Jordanien zugeschlagen - wie es bis 1988 schon einmal war. Doch nicht nur die Palästinenser lehnen einen solchen Plan ab. Er würde wohl auch das Ende des Königshauses in Jordanien bedeuten, das seine Macht auf die beduinenstämmige Bevölkerung stützt - und schon immer Probleme hatte mit der hohen Zahl palästinensicher Flüchtlinge im Land.
Zur Zeit leben ca. 350.000 jüdische Siedler im Westjordanland und rund 250.000 in Ostjerusalem. Tendenz steigend. Die Genehmigung von 2500 Siedlerwohnungen im Westjordanland sei nur "ein Vorgeschmack", sagte Netanyahu Ende Januar in der Knesset. Man darf davon ausgehen, dass weiterhin Siedlungen im besetzten Gebiet errichtet werden. Das schafft Fakten, die irgendwann gar nicht mehr umzukehren sind.
Dass Amerika auf alle Vorbedingungen für eine Friedenslösung zwischen Israelis und den Palästinensern verzichtet bedeutet auch die Aufgabe des international verfolgten Zieles einer Zweistaatenlösung. Damit isoliert sich Amerika im Konzert der internationalen Positionen. Das US-Außenministerium zeigte sich von der Äußerung aus dem Weißen Haus überrascht. Es sei der Behörde kein Abrücken von dem Wunsch nach einer Zweistaatenlösung bekannt. Offenbar gilt aktuell in Amerikas obersten Administration das biblische Prinzip, dass die rechte Hand nicht wissen soll, was die linke tut.
Unter den Palästinensern ist deshalb der Ruf nach der Zweistaatenlösung so laut wie nie zuvor. Das palästinensische Außenministerium ließ wissen, man werde auf internationaler Ebene für ein Festhalten an der Zwei-Staaten Lösung werben. Palästinenserpräsident Mahmud Abbas erklärte, er halte an der Forderung fest, dass die israelische Besetzung beendet und ein palästinensischer Staat geschaffen würden. Zugleich bekräftigte er die Forderung nach einem Stopp des Siedlungsbaus in den Palästinensergebieten.
Jüngste Umfragen haben in Israel und den Palästinensergebieten zu sehr ähnlichen Ergebnissen geführt. Eine knappe und schrumpfende Mehrheit hält die Zwei-Staaten-Lösung für wünschenswert, eine ebenso knappe, aber wachsende Mehrheit der Israelis und der Palästinenser geht aber davon aus, dass angesichts der politischen Realität diese Zwei-Staaten-Lösung nie umgesetzt werden wird.

Reaktionen in Deutschland und EU:
"Wir sind unverändert davon überzeugt, dass nur eine verhandelte Zwei-Staaten-Lösung in der Lage ist, die Interessen beider Seiten - Israelis wie Palästinenser - gerecht zu werden und Israel dauerhaften Frieden bringen kann", sagte Regierungssprecher Steffen Seibert in Berlin. "Für uns bleiben die Bemühungen um eine Zwei-Staaten-Lösung der Grundpfeiler unserer Nahost-Politik." Zum neuen israelischen Siedlungsgesetz sagte Seibert, der Siedlungsbau in den besetzen palästinensischen Gebieten sei ein "Verstoß gegen das Völkerrecht" und gefährde einen dauerhaften Frieden zwischen Israelis und Palästinensern. Auch die EU pocht weiter auf eine Zwei-Staaten-Lösung. Die Haltung der EU habe sich nicht geändert, sagte eine Sprecherin der EU-Außenbeauftragten Federica Mogherini in Brüssel. "Das Ziel der EU ist eine Zwei-Staaten-Lösung mit einem unabhängigen, demokratischen, existenzfähigen Nachbarstaat Palästina, der Seite an Seite in Frieden und Sicherheit mit Israel und seinen anderen Nachbarn lebt".